Landesverband Oberösterreich
ÖWR Kurzruf 130

Projekt: Gemeinsam mehr für die Sicherheit am Wasser tun

 
KPF-01-079
Im Rahmen des Programms INTERREG V-A Österreich – Tschechische Republik
Laufzeit: 1. Juli 2018 bis 1. Juli 2019
EFRE-Förderung in EUR: 16.313,20
 
Das Kooperationsprogramm Österreich – Tschechische Republik 2014-2020 ist eines von 60 grenzüberschreitenden Förderprogrammen der EU dessen Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung gestellt werden. Ein wesentliches Ziel des Programmes ist die Stärkung von Kooperations- und Kommunikationsstrukturen zwischen den Partnern auf beiden Seiten der Grenze. 
 
 
Die Tschechische Wasserrettung Südböhmen und die Österreichische Wasserrettung Landesverband Oberösterreich haben Anfang 2018 zusammen das Projekt: „Gemeinsam mehr für die Sicherheit am Wasser tun“ eingereicht. Inhalt des Projekts sind die Planung, Organisation und Durchführung von gemeinsamen Aus- und Weiterbildungsmaßen, Einsatzübungen für den Not- und Katastrophenfall und eine verstärkte Zusammenarbeit in der Jugendarbeit.
 

Gemeinsames Handeln will geübt sein

Besonders bei Großschaden- oder Katastrophenfällen ist die gute und rasche Kooperation zwischen verschiedenen Einsatzorganisationen von höchster Bedeutung. Zu wissen welche Möglichkeiten und Fähigkeiten andere haben bildet dabei die Grundlage für eine gelungene Zusammenarbeit. Um für den Ernstfall gerüstet zu sein, beinhaltet das Projekt mehrere gemeinsame Übungen:

Oktober 2018: Überwachung Krumau River Marathon
März – April 2019: Fortbildungsseminar für Taucher
April – Mai 2019: Fließ- und Wildwasserausbildung
April – Mai 2019: Großübung im Zuge des Katastrophenhilfsdienstes mit anderen Einsatzorganisationen
Jänner – Februar 2019: Eisrettungsübung 

 

Jugendarbeit – die Zukunft im Blick

Kinder und Jugendliche haben eine unglaubliche Fähigkeit abseits aller Sprachbarrieren und Grenzen Freundschaften zu schließen und Unterschiede zu überwinden. Um das gegenseitige Kennenlernen und das damit verbundene voneinander lernen als laufenden Prozess zu unterstützen sind speziell in der Jugendarbeit folgende Aktivitäten geplant:
 
Juli 2018: Internationales siebentägiges Jugendlager im Zeichen der Wasserrettung am Attersee. Neben viel Spiel und Spaß stehen dabei auch altersgerechte 1. Hilfe-Übungen am Programm und Training um die individuell  zum Ziel gesetzten Schwimmscheinprüfungen zu bewältigen.
 
Juli 2018: Internationales Langstreckenschwimmen im Lipno-Stausee
 
Mai 2019: Jugendlager am Moldaustausee in Dolni Vltavice
 
Mai 2019: Kindertag in Olsina
 
 

Die Statue des Heiligen Nepomuk

Als besondere Aktivität mit Bezug auf den gemeinsamen geschichtlichen Hintergrund sticht die Suche nach der Statue des Heiligen Nepomuk auf der Stauseesohle des Lipno im Mai 2019 heraus. Die Statue war einst Teil einer Straßenbrücke über die Moldau und liegt in unmittelbarer Nähe der Fährverbindung bei Dolní Vltavice, die heutzutage eine gern benutzte Verbindung vom Gebiet um Aigen im Oberen Mühlkreis und den tschechischen Touristikzentren rund um den Moldaustausee darstellt. Besonders das sehr dunkle Wasser des Stausees und damit verbunden die sehr geringe Sichtweite unter der Wasseroberfläche stellt für die Einsatztaucher aus Tschechien und Oberösterreich eine Erschwernis dar. 
 
 

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg

Das Projekt „Gemeinsam mehr für die Sicherheit am Wasser tun“ ist Teil einer bereits länger dauernden Partnerschaft zwischen den beiden Einsatzorganisationen, deren Grundstein 2005 unter Milan Bukáček, Leiter der Wasserrettung Südböhmen und Landesleiter von Oberösterreich Rudolf Plainer gelegt wurde. 
 
Damals bildete die Jugendarbeit mit Trainingslagern in Tschechien und Oberösterreich einen Anfang, etwas später folgten gemeinsame Fließ- und Wildwasserausbildungen im Salzkammergut. 
 
In den letzten Jahren ist es bereits Tradition, dass tschechische und österreichische Wasserretter bei verschiedenen Einsatzübungen auf beiden Seiten der Grenze zusammen trainieren. Ob bei tiefen Temperaturen die Eisrettungsübung am Moldaustausee, jährlich stattfindende Großübungen des Katastrophenhilfsdienstes oder Tauch- und Wildwasserfortbildungen – diese gemeinsamen Übungen gehören beiden Organisationen zu den jährlichen Fixpunken, ebenso wie die Sicherung des River Marathon Krumau, bei dem diese Zusammenarbeit bereits jedes Jahr über 1000 SportlerInnen, welche die Moldau von Vyšší Brod nach Český Krumlov befahren zugutekommt.
 
Herausragendes Symbol dieser Kooperation ist das im Jahr 2011 eröffnete gemeinsame Ausbildungszentrum in Dolní Vltavice. Dessen Grundstein wurde im Rahmen des EU-Programmes INTERACT zur Förderung grenzüberschreitender Zusammenarbeit 2010 gelegt und 2012 als Musterprojekt ausgezeichnet.
 
Von Anfang an war unser heutiger Präsident Josef Leichtfried beauftragt, sich um diese Kooperation zu kümmern. In diesen Jahren begleitete und intensivierte er diese Partnerschaft und es ist vor allem sein Verdienst, dass zwischen unseren Einsatzorganisationen diese gewinnbringende Zusammenarbeit besteht. Besonders die Förderwürdigkeit des Ausbildungszentrums durch die EU ist in besonderem Maß auch seinem Engagement und zahlreichen Stunden bürokratischer Arbeit zu verdanken. 
 
Und auch beim aktuellen Projekt ist Leichtfried die treibende Kraft. Wenn Einsatzorganisationen grenzüberschreitend gemeinsam trainieren, ausbilden und für Sicherheit sorgen, werden viele verschiedene positive Entwicklungen angestoßen. Abseits der verbesserten Koordination, die im Falle von Großschaden- und Katastropheneinsätzen der Bevölkerung dient, entsteht vor allem durch gemeinsames Handeln Freundschaft und gegenseitige Wertschätzung. Das ist ein wichtiger Schritt in einer Region, die vor nicht allzu langer Zeit durch eine mit Waffen und Stacheldraht strengbewachte Grenze geteilt wurde. Durch den besonderen Schwerpunkt auf die Jugendarbeit soll das Projekt diese Partnerschaft weit in die Zukunft tragen.